Geld Information

Für die als Leihgabe erfolgende Übereignung von Geld besteht genauso wie für Waren und Dienstleistungen ein Markt mit Angebot und Nachfrage. Die privaten Haushalte und Unternehmen fragen Geld als Kreditnehmer nach und bieten es gleichzeitig als Sparer an. Das Bankensystem dient als Vermittler zwischen den beiden Gruppen und macht den Markt hierdurch effizienter, da sich Sparer und Kreditnehmer nicht einzeln finden müssen. Diesen Dienst lassen sich die Banken mit der Differenz zwischen Guthaben- und Kreditzinsen entlohnen. Der Zinssatz, der sich an diesem Markt herausbildet, ist von Angebot und Nachfrage bestimmt. Er stellt den Preis der als Leihgabe stattfindenden Übereignung des Geldes dar. Wollen viele Marktteilnehmer bei einem geringen Geldangebot Geld leihen, so steigt der Zinssatz. Dadurch steigt für andere der Anreiz, Geld anzubieten. Umgekehrt sinkt der Zinssatz bei geringer Nachfrage und großem Angebot.

Die Zentralbank nimmt auf den Geldmarkt Einfluss, indem sie entweder aktiv das Geldangebot im Rahmen einer so genannten Offenmarktpolitik beeinflusst oder über den Zinssatz für Zentralbankgeld indirekt auf Angebot und Nachfrage einwirkt.

Bei der Offenmarktpolitik kauft die Zentralbank von den Kreditinstituten Wertpapiere und bezahlt diese mit Zentralbankgeld. Auf diese Weise wird dem Bankensystem Geld zur Verfügung gestellt, welches zum Erteilen von Krediten befähigt. Umgekehrt kann sie auch Wertpapiere zum Kauf anbieten und auf diese Weise dem Bankensystem Geld entziehen. Der Zinssatz für Zentralbankgeld bzw. für Einlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank beeinflusst den Geldmarkt indirekt, weil eine niedrige Verzinsung dieser Einlagen für die Kreditinstitute Anreize schafft, Kredite an Dritte zu gewähren, wodurch sich die Geldmenge erhöht, oder aber bei höherem Zinssatz entsprechend höhere Einlagen bei der Zentralbank zu unterhalten, was die Geldmenge verringert.

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